Kohlenhydrate

Kohlenhydrate – Schadstoffe oder Energielieferanten?

Zum einen liefern Kohlenhydrate die nötige Energie, die wir für all unsere Handlungen brauchen – ob beim Sport, oder beim einfachen Bummeln durch die Stadt, der Körper verbraucht Energie. Andererseits ist eine überhöhte Zufuhr von Kohlenhydraten natürlich ungesund. Die gelieferte Energie kann nicht vollständig umgesetzt werden und setzt sich als ungeliebte Fettpölsterchen in verschiedenen Körperregionen nieder.

Seit der Steinzeit, als der Mensch sich noch von erlegtem Jagdgut und gesammelten Beeren ernährte, hat sich der Energiebedarf eines menschlichen Körpers jedoch nicht verändert. Der Stoffwechsel ist immer noch so eingestellt, dass der Körper 80% tierische Eiweiße und Fette benötigt – und nur zu 20% Kohlenhydrate.

Bei diesen Kohlenhydraten muss jedoch in zwei Klassen unterschieden werden: Es gibt „gute“ und „schlechte“ ihrer Sorte. Die „guten“ werden dabei vom Körper langsam zersetzt und in Zucker umgewandelt, die Verdauung läuft sehr langsam ab, die Kohlenhydrate gelangen ebenso langsam ins Blut. Aus diesen Gründen fühlt man sich länger satt, der nächste Hunger setzt erst viel später wieder ein. Außerdem wird die Verdauung durch die vielen Ballaststoffe, die in den „guten“ Kohlenhydraten enthalten sind, angeregt.

Diese gesunden Stoffe kann man mit Vollkornprodukten, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Salat und Hülsenfrüchten aufnehmen.

„Schlechte“ Kohlenhydrate befinden sich in Zucker, Süßigkeiten, poliertem Reis und allen Lebensmittel, die mit weißem Mehl hergestellt wurden (z. B. Weißbrot, Nudeln, etc.).

Glykämischer Index

Der glykämische Index teilt die Kohlenhydrate in die gute und die schlechte Kategorie ein. Er ist ein Messwert, mit dem man ermitteln kann, wie schnell der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr der entsprechenden Lebensmittel ansteigt. Die Werte werden dabei aus dem Richtwert von Traubenzucker ermittelt, dessen glykämischer Index 100 beträgt. Traubenzucker muss nicht mehr „umgebaut“ werden und gelangt von allen Kohlenhydraten am schnellsten ins Blut.

Mit dem glykämischen Index ist es möglich, alle Nahrungsmittel, deren Index unter einem Wert von 50 liegt, als „gut“ – und alle, deren Wert darüber liegt, als „schlecht“ zu bezeichnen.

Gut ist, was natürlich ist

Damit man nicht ständig Nährwerttabellen aller Nahrungsmittel mit sich führen muss, gibt es eine einfache Faustregel dafür, was unter welche Kategorie fällt. „Alles Natürliche ist gut, all das, was bearbeitet wurde, ist schlecht.“

Zucker zum Beispiel wurde aus Zuckerrohr oder -rüben durch Raffinerie gewonnen, ist also bearbeitet und somit „schlecht“. Honig wurde von Bienen bearbeitet und ist also ebenfalls „schlecht“.

Weißmehl, das in seiner Herstellung vom Weizen extrahiert wurde, und alle Produkte, die mit ihm hergestellt werden, sind ebenso als „schlecht“ zu bewerten.